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 Berichte » Dirk Schimmelpfennig zum Abschneiden bei der JEM
Bericht:
JEM: Sportdirektor zieht positives Zwischenfazit nach den Team-Wettbewerben
JEM: Sportdirektor zieht positives Zwischenfazit nach den Team-Wettbewerben Trotz der unglücklichen Finalniederlage gegen Rumänien ist den Mädchen das Lachen noch nicht vergangen. (Foto: Steinbrenner)

Istanbul. Bei den 53. Jugend-Europameisterschaften in Istanbul sind am gestrigen späten Abend die Mannschafts-Wettbewerbe zu Ende gegangen. Im Rahmen der vier Siegerehrungen stand jeweils ein deutsches Team auf dem Siegerpodest. Die Mädchen gewannen nach der 2:3-Finalniederlage gegen Rumänien Silber, während die Jungen, Schüler sowie Schülerinnen am 26. Juli mit der Bronzemedaille im Gepäck die Heimreise antreten werden. Bevor am Donnerstag die Individual-Konkurrenzen beginnen, zog DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig eine Zwischenbilanz.

Zuletzt gewannen vor sieben Jahren sämtliche deutsche Nachwuchsteams in Novi Sad eine Medaille. Ziehen Sie deshalb ein rundum positives Resümee?
Schimmelpfennig: Bis zu den Halbfinalpartien war ich sehr zufrieden. Allerdings muss ich auch sagen, dass wir uns bei den Jungen insgeheim schon mehr ausgerechnet und einen Sieg gegen Kroatien zugetraut hatten. Am Ende hat die Mannschaft jedoch verdient 1:3 verloren. Eine äußerst unglückliche Niederlage kassierten natürlich die Mädchen, wobei für mich in den entscheidenden Phasen der Tick Konsequenz und taktische Disziplin fehlten. So aber waren wir auf das Quäntchen Glück angewiesen, dass die Mannschaft leider nicht hatte. Insgesamt muss ich allerdings sagen, sehr gut aufgetretene Teams gesehen zu haben. Die gezeigten Leistungen stimmen positiv, dass nun auch in den Individual-Konkurrenzen einiges möglich sein wird.

Frankreich im männlichen und Rumänien im weiblichen Bereich haben die bisherigen Titelkämpfe dominiert. Wie weit ist der Abstand zu diesen Nationen?
Schimmelpfennig: Bei den Schülern waren wir gegen Frankreich ebenso chancenlos wie gegen Rumänien bei den Schülerinnen. Diese Dominanz müssen wir anerkennen, werden uns jedoch auf der anderen Seite nach der EM zusammensetzen und diskutieren, wie dieser Abstand zu verkleinern ist.

Mit nur einer Niederlage gewann das Schülerinnen-Team die Bronzemedaille. (Foto: Steinbrenner)Mit nur einer Niederlage gewann das Schülerinnen-Team die Bronzemedaille. (Foto: Steinbrenner)
Die Schülerinnen gewannen sechs ihrer sieben Partien mit 3:0 und unterlagen letztlich nur Rumänien. Haben Sie mit diesem Abschneiden gerechnet?
Schimmelpfennig: Nach dem Titelgewinn vor einem Jahr in Prag blieb aus der siegreichen Mannschaft lediglich Yuko Imamura übrig. Für Theresa Kraft und Nina Mittelham war es hier in Istanbul die erste EM-Teilnahme. Das Trio hat sehr gute Leistungen gezeigt und war für mich direkt hinter Rumänien das zweitstärkste Team. Der beste Beweis ist schließlich, dass Vize-Europameister Russland in der Vorrunde mit 3:0 besiegt wurde.

Bundestrainer Klaus Schmittinger (links) schaffte mit seinem Schüler-Quartett den Sprung auf das Podium. (Foto: Steinbrenner)Bundestrainer Klaus Schmittinger (links) schaffte mit seinem Schüler-Quartett den Sprung auf das Podium. (Foto: Steinbrenner)
Nach einer Durststrecke von drei Jahren schafften es auch die Schüler wieder auf das Podest.
Schimmelpfennig: Diese Bronzemedaille hat mich sehr gefreut. Nach einer sehr guten Gruppenphase war der 3:2-Arbeitssieg zu Beginn der Endrunde gegen Dänemark einmal mehr ein gutes Beispiel dafür, dass die K.O.-Runde ihre eigenen Geschichten schreibt. Sehr positive Ansätze habe ich beim Doppel Qiu Dang/Florian Schreiner gesehen. Aber auch Schreiner hat in seinen wichtigen Einzeln Nervenstärke bewiesen. Mit Kilian Ort und Qiu Dang verbleiben altersbedingt noch zwei Spieler. Im Hinblick auf die Jugend-Europameisterschaften im kommenden Jahr in Kasan bin ich deshalb zuversichtlich, dass wir auch dort das Potential haben werden, erneut um eine Medaille spielen zu können.

Minimalziel erreicht: Die deutschen Jungen kamen auf Position drei. (Foto: Steinbrenner)Minimalziel erreicht: Die deutschen Jungen kamen auf Position drei. (Foto: Steinbrenner)
Sie sprachen es bereits an: Die Jungen wollten unbedingt Gold gewinnen, scheiterten jedoch in der Vorschlussrunde an Kroatien. Woran hat es Ihrer Meinung nach gelegen, dass es nicht zum Titelgewinn reichte?
Schimmelpfennig: Nach einer schweren Gruppenphase und anschließend guten Leistungen gegen Ungarn sowie Russland präsentierte sich Kroatien letztlich entschlossener und aggressiver. Deshalb geht der Sieg auch in Ordnung. Am Ende des Jahres werden mit Patrick Franziska, Arne Hölter und Christoph Schmidl drei Spieler altersbedingt den Nachwuchsbereich verlassen. Zuvor hoffe ich jedoch, dass wir bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Bratislava, für die wir uns als Dritter direkt qualifiziert haben, noch ein gutes Turnier spielen werden. Nach dem heutigen Ruhetag bin ich sehr zuversichtlich, dass die Jungs noch gute Möglichkeiten haben, in den Individual-Konkurrenzen anzugreifen. Allerdings sind die Auslosungen schwer.

Äußerst unglücklich und auf höchst dramatische Art und Weise schrammten die Mädchen am EM-Titel vorbei. Wie sehr haben Sie auf der Tribüne mitgefiebert?
Schimmelpfennig: Die Chancen waren durchaus vorhanden, das Endspiel zu gewinnen. Allerdings hat im dritten und fünften Einzel die notwendige Konsequenz und Disziplin in den entscheidenden Phasen gefehlt. Von den drei knappen Spielen haben wir zwei Partien verloren. Deshalb ist die große Enttäuschung natürlich völlig normal. Sabine Winter hat im Finale eine herausragende Leistung geboten, beim 1:2-Zwischenstand sehr souverän agiert und Cristina Hirici letztlich keine Siegchance gelassen. Auch wenn Kathrin Mühlbach beide Einzel verlor, so ist ihre hervorragende Einstellung im letzten Einzel zu loben. Kathrin gab sich auch nach deutlichen Rückständen nicht auf und kämpfte vorbildlich weiter. Leider ist sie dafür nicht belohnt worden. Anna Krieghoff, die sich im ersten Mädchen-Jahr befindet, war auf der dritten Position eine Bank und verlor lediglich im Endspiel eine Begegnung. Auch sie hat eine gute Leistung gezeigt.
Datum:
Freitag, 23. Juli
Ort:
72625 Istanbul
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